„Wir hatten noch nie eine Schlägerei“

Junge arabische Männer rufen die größten Ängste in der Bevölkerung hervor. Sie seien hormonbeladene, gewalttätige Zeitbomben. Samim, Hussain und Mansoor wissen und merken, dass die Stimmung bei vielen umgeschlagen hat.

Wie alt Samim, Hussain und Mansoor sind, darf nicht gefragt werden. Auch nicht,warum sie aus Afghanistan geflüchtet sind. Die drei jungen Männer haben noch keinen positiven Asylbescheid in Österreich erhalten, die Verfahren laufen noch. Daher rät ihre Betreuerin, zu schweigen, damit sie sich durch etwaige Aussagen nicht selbst belasten.Samim, Hussain und Mansoor kamen vor neun Monaten nach Österreich, sie mussten alleine flüchten, ohne ihre Familien. Damit wurden sie zu dem, was in der politischenSprache das Sorgen-Kürzel UMF erhält: unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Knapp 6.300 gibt es von ihnen hierzulande derzeit. Sie werden grundversorgt und sie sind die schutzbedürftigsten unter den Flüchtlingen – gleichzeitig allerdings auch jene, die diegrößten Ängste in der Bevölkerung hervorrufen.

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Hussain, Samim und Mansoor

Wegen ihnen wechseln Frauen im Dunklen die Straßenseite und vor ihnen wollte so mancher die Türen derSchwimmbäder verschließen. Sie sind junge arabische Männer, über die seit diesen schockierenden Verbrechen, wie etwa in der Silvesternacht in Köln, alle reden. Sie seien mit Hormonen beladene, gewalttätige Zeitbomben, denen man lieber aus dem Weg geht und die nur Unheil brächten. Doch für ihre zuhause gebliebenen Familien in Syrien oder Afghanistan sind sie die einzige Hoffnung auf ein sicheres Leben, ohne Krieg und ohne Angst. Samim, Hussain und Mansoor. Hier, im Jugend-Flüchtlingsheim Haus Papageno der Diakonie, haben sich die Jungs kennengelernt und sind mittlerweile gute Freunde geworden.

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Yvonne Widler im Interview mit den drei UMF.

Drei junge Männer, drei unterschiedliche Geschichten. Doch erzählen dürfen sie kaum etwas über ihr Schicksal, jedenfalls noch nicht.

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Kategorien:Reportage

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