Alice Weidel: Das andere Gesicht des „Monsters“ AfD

Alice Weidel ist sympathisch, gebildet und macht kein Geheimnis aus ihrer Homosexualität. 2013 ist sie der deutschen AfD beigetreten. Sie sagt, ihr Ziel sei eine liberal-konservative Partei mit mehr Selbstreflexion.

Schwarzer Blazer, weiße Bluse, Jeans, Perlenkette um den Hals. Die blonden Haare sind zu einem lockeren Zopf gebunden. Eloquent und selbstbewusst tritt sie in den letzten Wochen und Monaten vermehrt in Talkshows und der Öffentlichkeit auf: Alice Weidel. 37 Jahre alt. Promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin, hat ihre Doktorarbeit über das chinesische Pensionssystem geschrieben, war für Goldman Sachs tätig sowie an der Gründung einiger internationaler Start-ups beteiligt. Sie bezeichnet sich selbst als „Ur-Liberale“.

Heute sitzt Alice Weidel in der deutschen AfD und hat sogar am Parteiprogramm mitgeschrieben. Zusammen mit umstrittenen Politikern wie Alexander Gauland, Björn Höcke oder Beatrix von Storch rechtfertigt sie sich für das „Monster, das erschaffen wurde“. Gemeint ist: Das Monster AfD – wie der mittlerweile ausgetretene AfD-Bühnenredner Hans-Olaf Henkel zu dem Zusammenschluss sagt, der heute Stimmen bis tief hinein in die Mitte aus dem Volk erhält. Alice Weidel fungiert nun im Bundesvorstand der deutschen „Protestpartei“. Aus der Tatsache, dass sie homosexuell ist und mit ihrer Partnerin gemeinsam ein Kind großzieht, macht Weidel ebenso wenig ein Geheimnis wie daraus, dass sie den Brexit für den besten Tag Europas hält. Sie will ein solches Referendum auch für Deutschland durchsetzen.

Nicht im rechten Eck

Doch was macht eine Partei wie die AfD attraktiv für eine moderne und gebildete Frau wie Alice Weidel? Zunächst einmal will sie den Vorwurf nicht gelten lassen, dass es sich bei der AfD um eine Protestpartei handelt. Sie greife sehr unangenehme Themen auf, gerade das Flüchtlingsthema sei ein „heißes Eisen“, wie Weidel im Gespräch mit Markus Lanz betont. Man finde sich da sehr schnell im rechten Eck wieder. In diesem sieht sich Weidel nämlich überhaupt nicht. Protestparteien hätten grundsätzlich das Problem, dass sie nicht nachhaltig sind. Es scheitere bei diesen an Konzepten und Lösungen für einen längeren Zeithorizont, um öfter als einmal gewählt zu werden. Die AfD habe aber sehr wohl Konzepte und Lösungen.

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